Hörtipp

Ich freue mich als aktiver Leser und Hörer mit meinen Gedanken zu Politik und Gesellschaft Gehör zu finden. In Leserbriefen und im philosophischen Radio von WDR5. Hier zuletzt in der Sendung vom 21. Oktober 2011 zum Thema: Grenzen der Naturwissenschaft mit Frank Vogelsang. Mein Statement:

 

Die naturwissenschaftliche Welterklärung ist ein überwältigendes Erfolgsmodell

 

Die naturwissenschaftliche Welterklärung ist ein überwältigendes Erfolgsmodell – wie die Entwicklung vom Faustkeil bis zum Internet zeigt. Dass der Mensch diese Entwicklung emotional und moralisch nicht wirklich beherrscht, ist unbestreitbar, aber ein anderes Thema. Natürlich ist die Erkenntnismöglichkeit des Menschen strukturell durch die Ausstattung seines Gehirns begrenzt, diese Grenzen sind aber ganz offensichtlich noch nicht erreicht. Es gibt keine akzeptable Alternative dazu, sie mit naturwissenschaftlichen Methoden weiter zu testen. Dass wir im Moment oder vielleicht sogar auch prinzipiell nicht alle Phänomene naturwissenschaftlich erfassen bzw. erklären können, darf nicht dazu führen, dass der empirischen Herangehensweise beliebige und willkürliche mehr oder weniger esoterische Alternativmodelle als gleichwertig entgegenzusetzen. Nach dem Motto: Wenn doch sowie so niemand alles beweisen und erklären kann, dann ist jede Theorie und jeder Welterklärungsversuch gleich gut.
Unsere Vernunft verlangt es und verpflichtet uns vielleicht sogar, uns nur mit Erkenntnismodellen zufrieden zu geben, in die das permanente “selbst-in-Frage-stellen” sozusagen fest eingebaut ist und in denen willkürliche und prinzipiell unbeweisbare Vorannahmen keinen Platz haben.

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